Das verrückte Zauber-Labor

mit Magic Andy

„Auf, auf, mein Herz mit Freuden…“

» Pfarrer Stefan Korn

„Das ist ja ein Trauerspiel“. Diese Redewendung kennen wir. Man meint mit diesem Begriff eine beklagenswerte Angelegen heit. Ein verregneter Urlaub am Mittelmeer: „Ach, das war das reinste Trauerspiel, ehrlich.“ Tauerspiele gibt es viele. Aktuelle und vergangene. „Das ist ja ein Trauerspiel“ – dachten viele damals vor 2000 Jahren. Als Jesus mit dem Karfreitag am Kreuz starb. Scheitern Ende Aus. Ein guter Mensch mit den besten Absichten endet tragisch. Ein Trauerspiel. Doch Gott schreibt das Drama um. Zwar fällt der Vorhang „nach dem letzten Akt“, als Jesus am Kreuz sein Leben qualvoll aus haucht.
Doch ohne menschliches Zutun hebt sich am Ostermorgen noch einmal der Vorhang und das Drama geht weiter: als „Freudenspiel“ – als Neubeginn. So beschreibt der protestantische Liederdichter Paul Gerhardt für sich das Osterereignis: „Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel…” (Ev. Gesangbuch Nr. 112)
Ostern, Auferstehung von Jesus – ein Freudenspiel, ein Glücksspiel, ein Kinderspiel?
Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun sollmir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christaus Lieb erworben ist. Das, was mir den Mut im Leben nehmen will, das soll mich in meinem inneren Wünschen, Sehnen, Wollen und Fühlen nicht mehr beeinträchtigen.

Kann ich das so einfach nachsprechen? Ich weiß nicht, ob ich das immer so sagen könnte. Ich bin auch manchmal ganz mutlos und sehe „mit Grauen“, was in der Welt los ist: immer noch Krieg in der Ukraine, der HamasTerrorangriff auf Israel vor nun fast fünf Monaten und noch kein Frieden in Sicht, Flüchtende weltweit, unsere seufzende Erde, Fremdenhass und Rechtsextremismus, vielleicht erwarten mich persönliche Krisen, Krank heit und so manches mehr, für jeden anders und von unterschiedlicher Härte, Vieles ungewiss.
Es ist erstaunlich, wie Gerhardt mit seinem Lebensschicksal um ging: Plünderung und Zerstörung, Hungersnot und Elend, die Gerhardt ja in vollem Ausmaß mitten in seiner Umgebung hautnah miterlebt hatte, sie bilden den Hintergrund für einen beinahe trotzigen Spott auf die Irrungen und Wirrungen dieser Welt:
Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; …Die Welt ist mir ein Lachen.
Mein lieber Paul Gerhardt, deinen Glaubensmut und deine frohe
Zuversicht möchte ich haben!

Ostern bedeutet für ihn, dass der Auferstandene auch ihm zur Seite kommt:
Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. Hier wird nicht gezogen, hier wird gerissen! Herausreißen, das zeigt, wie handlungsunfähig mich Not machen kann. Der Chris tusRetter reißt, er zwängt mich mit hindurch durch meine Not; so stark kann einen das Leiden und die Not umklammern, dass ich drohe, fortgerissen zu werden, wenn nicht jemand stark da
gegenhalten würde.

Und dann kann ich eine Gotteserfahrung machen:
…wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
Das ist Ostern in zwei Versen. In meinem Leben: Nach dem Dunkel das Helle. Nach der Nacht der Morgen. Oder noch richtiger: in der Nacht schon Helligkeit, im Dunklen schon beschienen sein. Deshalb beginnt Gerhardt trotz seines gegenwärtigen Leides sein Osterlied fröhlich: Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht.

Es ist der Aufruf an sich selbst, bei sich selbst jetzt achtsam zu sein, eine neue Sicht auf das eigene Leben für sich selbst bewusst zu machen. Martin Luther: „Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: Dieses Anhängsel muss auch durch… Lass ihn durchschlupfen.” Dieses Hängen an Christus greift der Lutherkenner Gerhardt wörtlich in seinem Lied auf:
Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit.
Bleiben wir Anhängsel Christi. Damit wir im Leben erleben, was „auferstehen“ heißt.

Ein frohes Osterfest wünsche ich Ihnen!

Jahresbericht

Einmal im Jahr wird für die Kreissynode ein Bericht über das gemeindliche Leben vor Ort verfasst, ein sog. Jahresbericht. Die Kreissynode leitet den Kirchenkreis. Sie ist vergleichbar mit dem Parlament auf politischer Ebene. Ein Kirchenkreis ist der Zusammenschluss mehrerer evangelischer Kirchengemeinden in einer Region, in unserem Fall der Zusammenschluss von 15 Kirchengemeinden im Duisburger Raum. 

Die Jahresberichte der Kirchengemeinden über die wichtigsten Ereignisse, Entwicklungen und Aktivitäten haben zum Ziel, dass die Kirchengemeinden sich gegenseitig über das Gemeindeleben in den anderen Stadtteilen informieren können. Den Jahresbericht unserer Kirchengemeinde hat der Vorsitzende des Presbyteriums, Pfr. Martin Winterberg, verfasst.