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Keine Kirche mehr im Dorf

30. Juni 2017, 16:00 Uhr

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden, der Anzahl der Christen gemäß, in Neuenkamp zwei Kirchen gebaut. Erst die der Ev. Kirchengemeinde an der Claudiusstraße und dann die der katholischen Gemeinde an der heutigen Benediktstraße. Gerade die Menschen, die so weit abseits auf dem „neuen Kamp (=Feld)“ wohnten, sollten ihre Kirche haben, damit sie die weiten, oftmals mühseligen Wege in die Stadt zu den großen Kirchen nicht gehen mussten. Hunderte von Arbeitsplätzen gab es im Schacht Franz Ott der Zeche „Diergardt-Mevissen“ und im Hafen. Prosperierende Jahre des Aufbaus und des Wachstums. Die Bevölkerungszahlen wuchsen. Zwischenzeitlich gab es in den 60er-Jahren sogar die Idee, dass sich katholische und evangelische Gemeinde zusammentun sollten, um ein neues, großes, gemeinsames Gemeindezentrum zu bauen. Hier legte allerdings der damalige Bischof Frings sein Veto ein. Nun veränderten sich die Strukturen der Gemeinden erneut. Und zwar so nachhaltig, dass neue Anpassungen notwendig wurden: Wir als evangelische Christen trennten uns von unserem „Ev. Matthias-Claudius-Gemeindehaus“ und bauten an gleicher Stelle einen großen evangelischen Kindergarten (den mittlerweile einzigen christlichen Kindergarten im Stadtteil) und eine Sozialpädagogische Tagesgruppe des Diakoniewerk Duisburg. Zu den nunmehr monatlichen Gottesdiensten kamen wir zu Gast unter in der katholischen „Heilig-Kreuz-Kirche“. Nun wird auch diese Kirche geschlossen. Somit bleibt die Frage: Keine Kirche mehr in Neuenkamp – auch kein Gottesdienst mehr in Neuenkamp?
Wir werden erneut umziehen und unsere monatlichen Gottesdienste am 1. Samstag im Monat im „Begegnungs- und Beratungszentrum“ der Paritäter, dem „Krins- Weber-Zentrum“ an der Mevissenstraße feiern. Wir freuen uns, nachdem wir schon mit „Frauen 50plus“ und unserem „Evangelischen Kirchenchor“ dort zu Gast sein können, dass es nun auch der Gottesdienst sein kann. Der Zusammenhalt im Stadtteil ist groß und gemeinsam sorgen wir dafür, dass die Menschen das bekommen, was Not tut. Kirche und Diakonie im Stadtteil – wir als Christen bleiben weiterhin klar und deutlich präsent und aktiv.
Somit unser Dank an die katholischen Geschwister für ihre langjährige Gastfreundschaft – wir haben uns immer wohlgefühlt! Und ebenfalls der Dank an die Paritäter, dass sie uns nun ihre Räume anbieten.
Einen letzten ökumenischen Gottesdienst werden Pfarrer Lücking und Pfarrer Winterberg am 30. Juni 2017 um 18 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche feiern und wir werden dann gemeinsam die Kirche zuschließen.
Und nach den Sommerferien geht es dann im „Krins-Weber-Zentrum“ weiter. In den Gottesdiensten wird uns auch weiterhin unser Kirchenchor begleiten, dafür sind wir sehr dankbar.
Auch wenn es kein aktives Kirchgebäude mehr im Dorf gibt, Kirche gibt es weiterhin: Denn Kirche ist die Gemeinschaft und Versammlung der Christinnen und Christen.
Pfarrer Martin Winterberg

Details

Datum:
30. Juni 2017
Zeit:
16:00 - 17:00
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